Aristides E. Konstantinids - Die ökomenische Dimension der griechischen Sprache
Die Ökomenische Dimension der griechischen Sprache

 

 
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Der Einfluß des Griechischen: Ein weit unterschätzter Faktor

Der Einfluss auf die europäische Sprachfamilie war zum Teil zwar bekannt, ist aber noch nicht systematisch erfasst und dokumentiert worden. Die erwähnten zwei Werke vermittelten mit ca. 1.500 Wortstämmen ein nur sehr unvollständiges Bild der Einflussstrukturen, bis hin zu einer Verfälschung der authentischen Sprachverwandtschaft. Dem gegenüber erkennen viele Wissenschaftler die fundamentale Rolle der griechischen Sprache für die Fachterminologie ihres Zweiges an, verfügen aber auch nicht über einen Gesamtüberblick, was andere Wissenschaften anbetrifft.

Diese Unkenntnis der Ursprungsbedeutung des Griechischen besteht hauptsächlich im griechischem Raum selbst. Auch infolge der unvollständigen wissenschaftlichen Aufarbeitung, wird der Einfluss auf andere Sprachen unterschätzt. Tatsache ist, dass es einen Wortaustausch zwischen allen Weltsprachen gibt, und damit auch keinen hermetischen Wortschatz mehr. Allerdings sind Unterschiede festzustellen, was die Anzahl der geliehenen Wörter und deren Qualität in der Bedeutungsübertragung betrifft.

Konstantinidis Buch „Die griechischen Wörter in der englischen Sprache", 1991 erschienen, umfasst 20.600 griechische Wörter. Es deckt die gesamte Umgangssprache und die Wissenschaftsterminologie ab, ausgenommen Botanik, Chemie und Zoologie. Die absolute Übereinstimmung beider Sprachen liegt sogar bei 68 %, wenn der rein griechische Wortschatz hinzugezählt und auch die Wörter, die nach ihrem ersten oder zweiten Teil zur Hälfte griechischen Ursprungs sind, brücksichtigt werden. In der Nomenklatur aller Tiere, die bis 1975 entdeckt und bestimmt wurden, gibt es 181.102 Begriffe, die auf das Griechische zurückzuführen sind.

Wenn dabei wiederum Wörter mit zur Hälfte griechischem Ursprung mit einbezogen werden, entsprechen 74,48% der Gattungsnamen der zoologischen Wissenschaft den Einflusskriterien. Trotz dieser enormen Bedeutung der griechischen Sprache in der Zoologie, ist teilweise auch durch eine gewisse Trägheit der Eindruck entstanden, dass deren Terminologie lateinische Wurzeln hat.

Die Rückbestimmung zahlreicher Wörter auf den griechischen Ursprung, wie von Konstantinidis dokumentiert, wird auch in angloamerikanischen Lexika anerkannt und akzeptiert.
Die Nachforschung stützt sich demnach nicht auf persönliche Interpretationen der Etymologie. Abgesehen vom „Oxford Lexikon“ beschränken sich viele Wörterbücher jedoch bedauerlicherweise auf die lateinische Wurzel und weisen aus verschiedenen Gründen nicht auf die griechische Ausgangsbedeutung hin. So wird zum Beispiel das Wort „Electric“, aus dem lateinischen „electrum“ hergeleitet, aber nicht richtigerweise aus dem griechischen „electron“ (Bernstein).

Das „Oxford Lexikon“ beinhaltet ca. 10.500 griechische Wörter, was einem prozentualen Anteil von 21,6% entspricht. Nicht berücksichtigt sind dabei altgriechische Begriffe, die sich aus dem Persischen entwickelt haben, wie z.B. „Aggareia“ () oder hebräische Wörter wie „satanas“ (). In diesem Zusammenhang ist es wichtig anzumerken, dass laut dem „Webster Lexikon“ die englische Sprache, 57 Wörter aus dem Türkischen und 34 Wörter aus allen slawischen Sprachen übernommen hat. Auf das Griechische lassen sich insgesamt 41.614 Wörter zurückführen.

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Warum ausgerechnet Griechisch?